Schonvermögen für Rentner

Verliere ich mein Haus?

Für arbeitsfähige Bürgergeldempfänger wurde ja das Schonvermögen im 1. Jahr auf 40.000 € + 15.000 € pro weiterer Person heraufgesetzt, so dass ein Haus, dass die Familie besitzt, zumindest ein Jahr lang noch relativ gut vor Verlust gesichert ist, selbst wenn jeden Monat noch große Zahlungen für Zinsen fällig sind.

Aber wie sieht das bei Rentnern aus, die ja Grundsicherung im Alter bekommen und kein Bürgergeld? Da die Regelsätze ja die Gleichen sind, glauben viele, das wäre das Gleiche. Das ist aber falsch, wie es aussieht.

Was passiert bei Pflegebedürftigkeit?

Das kann man im folgenden Artikel im Detail nachlesen:

Rentner-Ehepaar muss 3300 Euro monatlich für Pflege zahlen – „Das Konto war leer“

Bei der 84-Jährigen wurde vor einigen Jahren Demenz diagnostiziert, erklärte der Rentner focus.de. Zunächst gelang es ihrer Familie noch, sich um die Rentnerin zu kümmern. Doch als sich der Zustand der Frau verschlechterte, hatte ihr Ehemann in Absprache mit seinen Kindern seine Liebste „schweren Herzens ins Pflegeheim gegeben“.

Quelle: Frankfurter Neue Presse
– 17.01.2024

Unterschied Grundsicherung, Bürgergeld

Liest man die folgenden Artikel, scheint das den reißerischen Artikel aus der Mainstream-Teitung auf den ersten Blick zu bestätigen.

Was gilt wirklich für Rentner?

Rentner werden wirklich sehr schnell zum Empfänger von Grundsicherung im Alter. Aber:

Vor allem das Thema Schonvermögen kann eine Entlastung für Beteiligte sein, wenn es um die Finanzierung der Pflegekosten geht. So regelt § 90 SGB XII:

  • Der Hausverkauf muss nicht zwangsweise erfolgen, wenn Pflegebedürftige die Immobilie selbst bewohnen.
  • Auch Ehe- und Lebenspartner fallen unter diese Ausnahme.
  • Das Sozialamt beteiligt sich an den Pflegekosten, wenn das Haus als Schonvermögen gilt.
  • Aber Achtung: Die Immobilie muss als „angemessen“ eingestuft werden. Die Größe darf – abhängig von der dort lebenden Personenanzahl – eine bestimmte Grenze nicht überschreiten.
Quelle: Schwäbische Liegenschaften

Das Haus eines Rentners, dass er selbst bewohnt, ist in der Regel abgezahlt und von der Größe her angemessen und daher auch nicht weg, selbst wenn ein Ehepartner ins Pflegeheim kommt. Wenn beide ins Heim kommen oder nur noch einer lebt, sieht das schon anders aus.

Das Konto ist aber natürlich trotzdem schnell leer, weil der Großteil des anderen Vermögens schnell weg ist, wenn man sich nicht erfolgreich dagegen wehrt. Und sich zu wehren, ist bekanntermaßen für Normalbürger schwer bis unmöglich.

Ist das wirklich ungerecht oder nicht?

Das ist wie immer Ansichtssache. Wen trifft es härter –

  • einen Rentner, dessen Kinder erwachsen sind und sich selbst versorgen, der z.B. ein oder mehrere abgezahlte Häuser besitzt und von dem erwartet wird, dass er die Pflegekosten für sich und seine Partnerin selbst übernimmt, solange er mehr als 10.000,- € auf dem Konto hat oder
  • ein jüngeres Paar, das mit seiner Arbeit das gerade angeschaffte Haus noch viele Jahr abzahlen und gleichzeitig für den Unterhalt ihrer Kinder sorgen muss?
  • Es geht ja darum, jedem das zuzumuten, was zumutbar ist, bevor man ihm über das Sozialsystem hilft.
  • Ist es gerecht, wenn einem Rentner oder besser gesagt – seinen Erben – das Haus erhalten wird, während für die letzten Jahre seines Lebens im Pflegeheim die Gesellschaft aufkommt oder wäre es nicht viel gerechter, wenn die Kosten nur als Darlehen übernommen würden und nach dem Tod des Hausbesitzers durch Verkauf des Hauses zumindest zum Teil wieder ausgeglichen werden, wenn das nicht reicht?
  • Ist es auf der anderen Seite nicht sinnvoll, wenn der Staat die junge Familie, die durch eine längere Arbeitslosigkeit ein viel größeres Risiko hat, ihr Haus zu verlieren, aber der Gesellschaft noch etwas zurück mehr geben kann, wenn man sie als Gesellschaft in einer Notlage unterstützt, auch etwas besser abzusichern als den Rentner, der als Pflegefall nur noch irgendwie noch ein paar Jahre weiter überleben muss, bis man ihn zu Tode gepflegt hat?

Denke bitte mal unter diesen Gesichtspunkten darüber nach und stimme dann ab:

Wie findest du diese Ungleichbehandlung?

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